Geschäftsbericht 2017

II. Konzern

a) Konsolidierungskreis

In den Konzernabschluss werden die technotrans AG und ihre 21 Tochtergesellschaften, über die sie Beherrschung ausübt, einbezogen. Ein beherrschender Einfluss ergibt sich regelmäßig aus dem Halten der Stimmrechtsmehrheit. Die technotrans AG hält mittel- oder unmittelbar die Mehrheit der Stimmrechte an 20 Tochterunternehmen. Der Konzern hält keine mehrheitlichen Stimmrechtsanteile an der SHT Immobilienbesitz GmbH & Co. Vermietungs KG, die ausschließlich das Betriebsgrundstück in Bad Doberan hält und verwaltet, welches an die KLH Kältetechnik GmbH vermietet wird. Basierend auf den Bedingungen der Leasingvereinbarung, erhält der Konzern jedoch im Wesentlichen die gesamten Erträge aus dieser Tätigkeit. Infolgedessen kommt der Vorstand zu dem Schluss, dass die SHT Immobilienbesitz GmbH & Co. Vermietungs KG ein Tochterunternehmen ist und somit zu konsolidieren ist. Tochterunternehmen, die aufgrund ihrer ruhenden oder nur geringen Geschäftstätigkeit für den Konzern sowie für die Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von untergeordneter Bedeutung sind, werden grundsätzlich nicht in den Konzernabschluss einbezogen. Drei Tochterunternehmen, die sich bereits in Liquidation befinden, wurden aufgrund untergeordneter Bedeutung nicht in den Konzernabschluss einbezogen.

Auf der Gesellschafterversammlung am 31. August 2017 wurde beschlossen, das Asien-Geschäft am Standort Taicang weiter zu bündeln und damit die Geschäftstätigkeit der KLH Cooling International Pte. Ltd., Singapur, einzustellen, das verbleibende Eigenkapital an die technotrans AG auszuschütten und die Gesellschaft anschließend zu liquidieren. Zum 31. Dezember 2017 wurde die sich noch in Liquidation befindliche Gesellschaft entkonsolidiert. Die Entkonsolidierung hatte keinen wesentlichen Effekt auf das Konzernergebnis.

Zum 30. September 2017 wurde die EasyBrowse GmbH, Schwerin, auf die Ovidius GmbH, Berlin, verschmolzen. Des Weiteren wurden im Geschäftsjahr zwei neue Gesellschaften gegründet: Die technotrans Grundstücksverwaltungs GmbH, Sassenberg, wird im Geschäftsjahr 2018 die neue Betriebsimmobilie für die Termotek GmbH am Standort Baden-Baden errichten. Die technotrans japan K.K., Kobe/Japan, hat zum 1. Januar 2018 den operativen Geschäftsbetrieb der bisher in Japan bestehenden Betriebsstätte der technotrans Asia Pacific limited, Hongkong/China, übernommen.

Unternehmen

SitzAnteilsbesitz 
   in % 
technotrans AG DSassenbergMutterunternehmen 
GWK Gesellschaft Wärme Kältetechnik mbH DMeinerzhagen98% 
Termotek GmbH DBaden-Baden100%2)
KLH Kältetechnik GmbH DBad Doberan100% 
SHT Immobilienbesitz GmbH & Co. Vermietungs KG DMainz94%1)
technotrans Grundstücksverwaltungs GmbH DSassenberg100% 
gds GmbH DSassenberg100%2)
gds Sprachenwelt GmbH DHünfeld100%4)
Ovidius GmbH DBerlin56%4)
technotrans graphics ltd. GBColchester100% 
technotrans france s.a.r.l. (Saint-Maximin und Madrid) FSaint-Maximin100% 
technotrans italia s.r.l. ILegnano100% 
technotrans scandinavia AB SÅkersberga100% 
technotrans middle east FZ-LLC VAEDubai100% 
technotrans america inc. USAMt. Prospect100% 
technotrans américa latina ltda. BRIndaiatuba100% 
technotrans group (taicang) co. ltd. CHNTaicang100% 
technotrans technologies pte. ltd., (Singapur und Melbourne) SGPSingapur100% 
technotrans india pvt ltd INChennai100%5)
technotrans japan K.K. JPKobe100% 
technotrans Asia Pacific limited, (Hongkong und Tokio) CHNHongkong100% 
technotrans printing equipment (Beijing) co. Ltd. CHNPeking100%3)
GWK Heating and Cooling Technology (Shanghai) Co. Ltd. CHNShanghai100%6)
gwk Heating & Cooling Technology (Nanchang) Co. Ltd CHNNanchang100%6)

b) Konsolidierungsmethoden

Grundlage für den Konzernabschluss sind die nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen zum 31. Dezember 2017 aufgestellten Jahresabschlüsse und Zwischenabschlüsse (HB II basierend auf den IFRS) der in den Konzern einbezogenen Unternehmen.

Die Kapitalkonsolidierung der Tochterunternehmen erfolgt gemäß IFRS 3 nach der Erwerbsmethode. Die Anschaffungskosten des Unternehmenszusammenschlusses entsprechen jeweils den gezahlten Barkomponenten sowie den entstandenen und übernommenen Schulden zum Erwerbszeitpunkt. Diese Anschaffungskosten werden auf die identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden des erworbenen Unternehmens verteilt, indem diese mit ihren zum Erwerbszeitpunkt gültigen beizulegenden Zeitwerten angesetzt werden. Die nach Kaufpreisallokation verbleibenden positiven Unterschiedsbeträge werden als Geschäfts- und Firmenwert angesetzt. Die Bewertung der nicht beherrschenden Anteile erfolgte zu Anschaffungskosten (partielle Goodwill-Methode). Änderungen des Anteils des Konzerns an einem Tochterunternehmen, die nicht zu einem Verlust der Beherrschung führen, werden als Eigenkapitaltransaktionen bilanziert. Der Firmenwert wird als Vermögenswert bilanziert und jährlich einem Werthaltigkeitstest (Impairment-Test) unterzogen. Die mit dem Unternehmenszusammenschluss verbundenen Kosten werden aufwandswirksam erfasst, wenn sie anfallen.

Alle Forderungen und Verbindlichkeiten, Umsätze, Aufwendungen und Erträge zwischen Konzernunternehmen sowie Zwischenergebnisse aus konzerninternen Lieferungen werden im Rahmen der Konsolidierung eliminiert. Auf ergebniswirksame Konsolidierungsvorgänge werden, sofern erforderlich, latente Steuern angesetzt.

c) Bilanzansatz- und Bewertungsgrundsätze

Die Aufstellung des Konzernabschlusses erfolgt mit Ausnahme bestimmter Finanzinstrumente, die zu beizulegenden Zeitwerten ausgewiesen werden, auf Basis historischer Anschaffungs- oder Herstellungskosten.

Schätzungen und Ermessensausübungen im Rahmen der Rechnungslegung

Die Aufstellung des Konzernabschlusses in Übereinstimmung mit den IFRS erfordert die Vornahme von Schätzungen sowie das Treffen von Annahmen durch den Vorstand, wodurch die Höhe der berichteten Beträge und die diesbezüglichen Angaben im Anhang beeinflusst werden. Wesentliche Ermessensausübungen außerhalb der Schätzung betreffen die Abgrenzung der Zahlungsmittel generierenden Einheiten, die Einbeziehung von Unternehmen ohne Stimmrechtsmehrheit in den Konzern sowie die Bewertungsmethode der nicht beherrschenden Anteile.

Alle Schätzungen und Annahmen werden nach bestem Wissen und Gewissen getroffen, um ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns zu vermitteln. Die Einschätzungen und prämissensensitiven Bilanzierungsgrundsätze zeichnen sich durch Ungewissheit aus und können sich im Zeitablauf verändern. Die tatsächlichen Ergebnisse können von diesen Einschätzungen abweichen. Die Verantwortung für die regelmäßige Kontrolle aller wesentlichen Bewertungen zum beizulegenden Zeitwert, einschließlich der beizulegenden Zeitwerte der Stufe 3, liegt im Konzerncontrolling. Änderungen werden an den Finanzvorstand berichtet. Regelmäßige Überprüfungen der wesentlichen, nicht beobachtbaren Inputfaktoren sowie der Bewertungsanpassungen werden durchgeführt.

Die Einschätzungen und zugrunde liegenden Annahmen werden regelmäßig überprüft. Führt die Neueinschätzung zu einer Abweichung, so wird die Abweichung in der Rechnungslegungsperiode erfasst, in der die Neueinschätzung erfolgt ist, wenn sie nur diese Periode betrifft. Sie wird in der Rechnungslegungsperiode, in der die Neueinschätzung erfolgte, und in nachfolgenden Perioden erfasst, wenn sie auch die nachfolgenden Perioden beeinflusst.

Einschätzungen des Vorstandes, die mit wesentlichen Unsicherheiten behaftet sind und das Risiko wesentlicher Anpassungen in künftigen Geschäftsjahren zur Folge haben, betreffen insbesondere folgende Sachverhalte:

1) Bilanzierung von Erwerben

Als Folge von Akquisitionen werden Firmenwerte in der Bilanz des Konzerns ausgewiesen. Bei der Erstkonsolidierung eines Erwerbs werden alle identifizierbaren Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten zu beizulegenden Zeitwerten zum Erwerbsstichtag angesetzt. Vermögenswerte wie Grundstücke, Gebäude und Geschäftsausstattung werden in der Regel auf Basis unabhängiger Gutachten bewertet, während der beizulegende Zeitwert eines immateriellen Vermögenswertes in Abhängigkeit von seiner Art und der Komplexität seiner Bestimmung unter Verwendung einer angemessenen Bewertungstechnik intern ermittelt wird. Die dazu getroffenen Annahmen unterliegen regelmäßig einer Prognoseunsicherheit. Aus Unternehmenserwerben in Vorjahren bestehen Geschäfts- und Firmenwerte. Die Werthaltigkeit der Geschäfts- und Firmenwerte wird jährlich oder bei Vorliegen von Anhaltspunkten auf Basis eines Werthaltigkeitstests überprüft. In Bezug auf „wesentliche Ermessensausübung im Rahmen der Rechnungslegung 2017“ vergleiche Anhang, Gliederungspunkt 2 „Geschäfts- und Firmenwert“ und Gliederungspunkt 3 „Immaterielle Vermögenswerte“.

2) Werthaltigkeit der Vermögenswerte

Zu jedem Bilanzstichtag hat der Vorstand einzuschätzen, ob irgendein Anhaltspunkt dafür vorliegt, dass der Buchwert einer Sachanlage oder eines immateriellen Vermögenswertes wertgemindert sein könnte. In diesem Fall wird der erzielbare Betrag des betreffenden Vermögenswertes geschätzt. Der erzielbare Betrag entspricht dem höheren Wert von beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert. Zur Ermittlung des Nutzungswertes sind die diskontierten künftigen Cashflows des betreffenden Vermögenswertes zu bestimmen. Diese Schätzung beinhaltet wesentliche Annahmen bezüglich der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie der künftigen Cashflows. Aus Veränderungen dieser Annahmen oder Umstände könnten in der Zukunft zusätzliche Wertminderungen oder Wertaufholungen resultieren. In Bezug auf „wesentliche Ermessensausübung im Rahmen der Rechnungslegung 2017“ vergleiche Anhang, Gliederungspunkt 1 „Sachanlagen“, Gliederungspunkt 2 „Geschäfts- und Firmenwert“ und Gliederungspunkt 3 „Immaterielle Vermögenswerte“.

3) Ansatz und Bewertung der Rückstellungen

Für den Ansatz und die Bewertung anderer Rückstellungen werden die Höhe und die Wahrscheinlichkeit der Inanspruchnahme geschätzt. Die Höhe der tatsächlichen Inanspruchnahme kann von den Schätzungen abweichen. Die Annahmen und Schätzungen basieren jeweils auf dem aktuellen Kenntnisstand und den aktuell verfügbaren Daten. In Bezug auf „wesentliche Ermessensausübung im Rahmen der Rechnungslegung 2017“ vergleiche Anhang Gliederungspunkt 15 „Rückstellungen".

4) Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Da der Konzern in zahlreichen Ländern operativ tätig ist und Einkünfte erzielt, unterliegt er in einer Vielzahl von Steuerhoheiten den unterschiedlichsten Steuergesetzen. Obwohl das Management davon ausgeht, eine vernünftige Einschätzung steuerlicher Unwägbarkeiten getroffen zu haben, kann nicht zugesichert werden, dass sich der tatsächliche Ausgang solcher steuerlichen Unwägbarkeiten mit der ursprünglichen Einschätzung deckt. Etwaige Unterschiede könnten Auswirkungen auf die Steuerverbindlichkeiten und die latenten Steuern haben. Zu jedem Bilanzstichtag beurteilt der Vorstand, ob die Realisierbarkeit künftiger Steuervorteile für den Ansatz aktiver latenter Steuern hinreichend wahrscheinlich ist. Dies erfordert vom Vorstand u. a. die Beurteilung der Steuervorteile, die sich aus den zur Verfügung stehenden Steuerplanungsstrategien und dem künftigen zu versteuernden Einkommen ergeben. Die ausgewiesenen aktiven latenten Steuern könnten sich verringern, falls die Schätzungen der geplanten steuerlichen Einkommen gesenkt werden oder falls Änderungen der aktuellen Steuergesetzgebung die Realisierbarkeit künftiger Steuervorteile beschränken.

Die Anwendung spezieller IFRS ist den Erläuterungen zu einzelnen Abschlussposten im weiteren Verlauf des Anhangs zu entnehmen. Grundsätzlich kamen die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden zur Anwendung:

Sachanlagen werden zu historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich planmäßiger Abschreibungen und kumulierter Wertminderungsaufwendungen bewertet. Nachträgliche Anschaffungskosten werden aktiviert, soweit sie den Wert der Sachanlagen erhöhen. Bei selbst erstellten Sachanlagen werden die Herstellungskosten anhand der Einzelkosten sowie der systematisch zurechenbaren fixen und variablen Produktionsgemeinkosten einschließlich Abschreibungen ermittelt. Laufende Instandhaltungs- und Reparaturaufwendungen werden nach Anfall als Aufwand erfasst.

Die Gegenstände des Sachanlagevermögens werden bis auf Grundstücke entsprechend dem Nutzungsverlauf planmäßig linear abgeschrieben. Nutzungsdauer und Abschreibungsmethode werden jährlich überprüft. Teile einer Sachanlage mit einem bedeutsamen Anschaffungswert im Verhältnis zum gesamten Wert werden entsprechend getrennt abgeschrieben. Bei Verkauf oder Stilllegung werden die Anschaffungs- oder Herstellungskosten und die entsprechenden kumulierten Abschreibungen der Anlagen aus der Bilanz ausgebucht; dabei entstehende Gewinne oder Verluste werden ergebniswirksam berücksichtigt.

Nutzungsdauer Sachanlagen

Gebäude 20 bis 50 Jahre
Grundstückseinrichtungen, Einbauten 10 bis 15 Jahre
Werkzeuge, Betriebsausstattung 3 bis 10 Jahre
Hardware, Fuhrpark 3 bis 6 Jahre

Ergeben sich Anhaltspunkte für eine Wertminderung, werden Sachanlagen gemäß IAS 36 daraufhin überprüft, ob Wertminderungen vorliegen. Soweit notwendig, werden Sachanlagen auf den „erzielbaren Betrag“ wertberichtigt. Bei späterem Wegfall der Gründe werden diese Wertberichtigungen maximal bis in Höhe des Nettobuchwertes rückgängig gemacht, der sich ergeben hätte, wenn keine solchen Wertberichtigungen vorgenommen worden wären.

Der ausgewiesene Geschäfts- und Firmenwert stellt die Differenz zwischen dem Kaufpreis und dem beizulegenden Zeitwert der im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworbenen Nettovermögenswerte dar. Geschäfts- und Firmenwerte sind gemäß IAS 36 einmal jährlich oder bei Vorliegen von Anhaltspunkten für eine Wertminderung auf ihre Werthaltigkeit zu überprüfen. Zum Zwecke des Werthaltigkeitstests wird ein im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworbener Geschäfts- und Firmenwert ab dem Erwerbszeitpunkt den Zahlungsmittel generierenden Einheiten des Konzerns zugeordnet, die von den Synergieeffekten aus dem Unternehmenszusammenschluss profitieren. Soweit notwendig, werden Wertberichtigungen auf den „erzielbaren Betrag“ vorgenommen. Nach IAS 36.124 wird eine solche Wertberichtigung bei einem späteren Wegfall der Gründe nicht rückgängig gemacht.

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte, namentlich Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Werte sowie der Kundenstamm, werden zu Anschaffungskosten angesetzt. Entsprechend dem Nutzungsverlauf werden sie um planmäßige Abschreibungen nach der linearen Methode vermindert. Restwert, Nutzungsdauer und Abschreibungsmethode werden jährlich überprüft.

Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte werden zu Herstellungskosten angesetzt. Entwicklungsaufwendungen, die auf eine wesentliche Weiterentwicklung eines Produktes abzielen, werden aktiviert, wenn das Produkt technisch und wirtschaftlich realisierbar ist, die Entwicklung vermarktbar ist, die Aufwendungen zuverlässig bewertbar sind und der Konzern über ausreichende Ressourcen zur Fertigstellung des Entwicklungsprojektes verfügt. Sie umfassen gemäß IAS 38.65 ff. neben den direkt zurechenbaren Einzelkosten auch die Gemeinkosten, die der Schaffung, Herstellung und Vorbereitung des Vermögenswertes direkt zugeordnet werden können, soweit sie vom Beginn der Entwicklungsphase bis zu ihrem Abschluss anfallen. Die Aktivierungsvoraussetzungen des IAS 38.21, 38.22 und 38.57 werden beachtet. Die planmäßige Abschreibung der aktivierten Entwicklungskosten beginnt, sobald der Vermögenswert verwendet werden kann. Dieser Zeitpunkt fällt in der Regel mit dem Beginn der kommerziellen Nutzung zusammen.

Alle entgeltlich erworbenen und selbst erstellten immateriellen Vermögenswerte haben eine endliche Nutzungsdauer. Hinsichtlich gegebenenfalls erforderlicher Wertberichtigungen auf den „erzielbaren Betrag" der immateriellen Vermögenswerte gelten analog die Ausführungen zu den Sachanlagen.

Die Steuern der Periode setzen sich aus laufenden und latenten Steuern zusammen. Steuern werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, es sei denn, sie beziehen sich auf Posten, die direkt im Eigenkapital oder sonstigen Ergebnis erfasst werden. In diesen Fällen werden auch die entsprechenden Steuern im Eigenkapital oder sonstigen Ergebnis erfasst. Latente Steuern werden gemäß IAS 12 nach der Bilanz-Ansatz-Methode auf temporäre Differenzen zwischen Wertansätzen in der Handelsbilanz und in der Steuerbilanz (Liability-Methode) sowie auf steuerliche Verlustvorträge und für anrechenbare Steuern angesetzt. Aktive latente Steuern für temporäre Differenzen sowie steuerliche Verlustvorträge werden nur in dem Ausmaß angesetzt, in dem wahrscheinlich ist, dass zukünftig ausreichend zu versteuerndes Einkommen zur Verfügung steht, um diese zu nutzen. Die Bewertung der latenten Steuern erfolgt unter Anwendung der lokalen Steuersätze, die zum Bilanzstichtag gültig oder angekündigt sind.

Aktive und passive latente Steuern werden auch auf temporäre Differenzen, die im Rahmen von Unternehmenserwerben entstehen, angesetzt, mit der Ausnahme von temporären Differenzen auf Firmenwerte, sofern diese steuerlich unberücksichtigt bleiben. Aktive und passive latente Steuern werden saldiert, wenn ein Recht zur Aufrechnung besteht und sich die Positionen auf Ertragsteuern beziehen, die von den gleichen Steuerbehörden erhoben werden und bei der gleichen Gesellschaft entstehen.

Grundsätzlich werden die bilanzierten Vorräte zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten unter Anwendung der Durchschnittskostenmethode oder, falls niedriger, zum Nettoveräußerungswert bewertet. Dabei beinhalten die Herstellungskosten gemäß IAS 2 neben den Material- und Fertigungseinzelkosten auch im Wege der Zuschlagskalkulation zurechenbare fixe und variable Produktionsgemeinkosten, die bei der Herstellung anfallen.

Als Nettoveräußerungswert werden die voraussichtlich erzielbaren Verkaufserlöse abzüglich der geschätzten noch anfallenden Kosten der Fertigstellung und der notwendigen Vertriebskosten angesetzt. Wenn die Gründe, die zu einer Abwertung geführt haben, nicht länger bestehen, wird eine Wertaufholung vorgenommen.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige kurzfristige Forderungen sind grundsätzlich zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Beachtung der Effektivzinsmethode bilanziert. Wertminderungen, welche in Form von Einzel- und Gruppen-Portfoliowertberichtigungen vorgenommen werden, tragen dem Ausfallrisiko hinreichend Rechnung. Objektive Ausfälle führen zu einer Ausbuchung der betreffenden Forderung. Langfristige unverzinsliche Forderungen werden abgezinst.

Liquide Mittel sind zu Nennwerten bilanziert und werden zu Stichtagskursen in Euro umgerechnet. Sie umfassen Barmittel und Sichteinlagen sowie finanzielle Vermögenswerte, die jederzeit in Zahlungsmittel umgewandelt werden können.

Gezeichnetes Kapital (nennwertlose Stückaktien) ist zum Nominalwert bilanziert.

Erwirbt der Konzern eigene Aktien, so werden diese vom Eigenkapital abgesetzt. Kauf und Verkauf, Ausgabe oder Einziehung von eigenen Anteilen werden nicht erfolgswirksam, sondern als Zugang zum bzw. Abgang vom Eigenkapital erfasst. Unterschiedsbeträge zwischen den Anschaffungskosten der ausgegebenen Anteile und den beizulegenden Zeitwerten beim Verkauf bzw. bei der Ausgabe werden mit den Gewinnrücklagen bzw. den Kapitalrücklagen verrechnet.

Verbindlichkeiten sind grundsätzlich zu fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt. Verbindlichkeiten in Fremdwährungen werden gemäß IAS 21.21 und 23 (a) umgerechnet. Mit Ausnahme der bedingten Kaufpreiszahlungen aus Unternehmenstransaktionen werden Finanzschulden nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Sie werden bei ihrem erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert unter Einschluss der Transaktionskosten und in der Folge zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet. Bedingte Kaufpreiszahlungen werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Änderungen des beizulegenden Zeitwerts werden erfolgswirksam erfasst.

Rückstellungen werden für Verpflichtungen gegenüber Dritten gebildet, wenn zum Bilanzstichtag bestehende Verpflichtungen wahrscheinlich zu einem zukünftigen Ressourcenabfluss führen werden und dessen Höhe verlässlich zu schätzen ist. Sie werden zum voraussichtlichen Erfüllungsbetrag angesetzt. Langfristige Rückstellungen werden abgezinst.

Rückstellungen für Gewährleistungen werden zum Zeitpunkt des Verkaufs der betreffenden Waren gebildet. Die Höhe basiert auf der historischen Entwicklung von Gewährleistungen sowie einer Betrachtung aller zukünftig möglichen, mit ihren Eintrittswahrscheinlichkeiten gewichteten Gewährleistungsfälle.

Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten werden in Höhe der voraussichtlichen Inanspruchnahme nebst Verfahrenskosten abgebildet.

Pensionsrückstellungen sowie Rückstellungen für pensionsähnliche Verpflichtungen werden nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren bewertet. Gewinne und Verluste, die sich aus der Erwartungsänderung hinsichtlich der Lebenserwartung, der künftig erwarteten Renten- und Gehaltssteigerungen und des Abzinsungssatzes gegenüber dem tatsächlichen Verlauf während der Periode ergeben, werden erfolgsneutral unmittelbar im sonstigen Ergebnis in der Gesamtergebnisrechnung erfasst.

Derivative Finanzinstrumente werden zum Marktwert bilanziert. Bei technotrans werden derivative Finanzinstrumente zum 31. Dezember 2017 ausschließlich zur Absicherung von Zinsänderungsrisiken verwendet. Soweit sie die Voraussetzungen eines Cashflow-Hedges erfüllen, werden die entsprechend effektiven Veränderungen des Marktpreises erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Finanzinstrumente werden erfasst, wenn technotrans Vertragspartei des Finanzinstruments wird. Die Erfassung von finanziellen Vermögenswerten erfolgt zum Erfüllungstag, ausgenommen hiervon sind derivative Finanzinstrumente, die zum Handelstag erfasst werden.

Umsätze aus dem Verkauf von Gütern werden gemäß IAS 18.14 ausgewiesen, sobald die mit dem Eigentum an den verkauften Produkten verbundenen maßgeblichen Chancen und Risiken auf den Käufer übergegangen sind. Umsätze aus Dienstleistungen werden erfasst, sobald die Leistung erbracht wurde. Umsätze werden unter Abzug von Erlösschmälerungen wie Boni, Skonti oder Rabatten ausgewiesen.

Finanzerträge und -aufwendungen werden entsprechend der Effektivzinsmethode periodengerecht erfasst. Fremdkapitalkosten, die direkt dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung eines qualifizierten Vermögenswertes zugeordnet werden können, werden gemäß IAS 23 als Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten dieses Vermögenswertes aktiviert. Im Geschäftsjahr 2017 wurden keine Finanzierungskosten aktiviert.

Währungsumrechnung: Die Umrechnung aller in fremder Währung erstellten Jahresabschlüsse der ausländischen Konzerngesellschaften erfolgt nach dem Konzept der funktionalen Währung (IAS 21). Funktionale Währung der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen ist die jeweils lokale Landeswährung.

Geschäftsvorfälle, die eine Konzerngesellschaft in einer anderen als ihrer funktionalen Währung abschließt, werden mit dem am Tag des Geschäftsvorfalles gültigen Kassakurs erstmals in die funktionale Währung umgerechnet und bilanziert. Zu jedem folgenden Bilanzstichtag werden monetäre Posten (flüssige Mittel, Forderungen und Verbindlichkeiten), die in einer anderen als der funktionalen Währung begründet wurden, mit dem Stichtagskurs umgerechnet; die sich ergebenden Währungskursdifferenzen werden erfolgswirksam erfasst. Nicht monetäre Posten werden zum historischen Kurs umgerechnet.

Die Vermögenswerte und Schulden ausländischer Tochtergesellschaften werden zum Mittelkurs am Bilanzstichtag (Stichtagskurs) umgerechnet und in den Konzernabschluss einbezogen. Aufwendungen und Erträge werden zum Tageskurs – approximiert zum Jahresdurchschnittskurs – umgerechnet; die sich daraus ergebenden Differenzen werden ergebnisneutral im Eigenkapital verrechnet. Währungsdifferenzen, die sich gegenüber der Vorjahresumrechnung ergeben, werden ebenfalls erfolgsneutral im Eigenkapital verrechnet.

Kursdifferenzen aus der Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb (Konzerngesellschaft) werden erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst; sie werden erst mit Abgang der Nettoinvestition ergebniswirksam.


Die folgenden Kurse wurden zur Währungsumrechnung verwendet:

  Jahresdurchschnittskurse
Geschäftsjahr
Mittelkurse
am Bilanzstichtag
  2017 2016 31.12.2017 31.12.2016
USD 1,1297 1,1069 1,1993 1,0541
JPY 126,7112 120,1967 135,0100 123,4000
GBP 0,8767 0,8195 0,8872 0,8562
SEK 9,6351 9,4689 9,8438 9,5525
CNY 7,6290 7,3522 7,8044 7,3202
HKD 8,8045 8,5922 9,3720 8,1751
CHF 1,1117 1,0902 1,1702 1,0739
BRL 3,6054 3,8561 3,9729 3,4305
AED 4,1494 4,0638 4,3988 3,8612
INR 73,5324 74,3717 76,6055 71,5935

Änderung von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Der Konzernabschluss der technotrans AG zum 31. Dezember 2017 berücksichtigt alle von der Europäischen Union übernommenen und zum 1. Januar 2017 verpflichtend anzuwendenden Standards und Interpretationen.

Die folgenden Standards waren erstmals anzuwenden:

Standard/Interpretation Zeitpunkt der Anwendung (Geschäftsjahre beginnend am oder nach dem …) Inhalt Auswirkungen auf den Konzernabschluss
Änderung zu IAS 7: Angabeninitiative 1. Januar 2017 Die Änderungen haben die Zielsetzung, die Informationen über die Veränderung der Verschuldung des Unternehmens zu verbessern. Nach den Änderungen hat ein Unternehmen Angaben über die Änderungen solcher Finanzverbindlichkeiten zu machen, deren Einzahlungen und Auszahlungen in der Kapitalflussrechnung im Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit gezeigt werden. Dazugehörige finanzielle Vermögenswerte sind ebenfalls in die Angaben einzubeziehen (z.B. Vermögenswerte aus Absicherungsgeschäften). keine wesentlichen
Änderung zu IAS 12: Erfassung von latenten Steueransprüchen für nicht realisierte Verluste 1. Januar 2017 Die Änderungen verdeutlichen die Bilanzierung der latenten Steueransprüche für nicht realisierte Verluste bei zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Schuldinstrumenten. keine wesentlichen
Verbesserungen der IFRS (2014 bis 2016) 1. Januar 2017 Im Rahmen des "annual improvement project" wurden Änderungen zu IFRS 12 vorgenommen. keine wesentlichen

Das International Accounting Standards Board (IASB) und das International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC) haben im Geschäftsjahr 2017 weitere Standards und Interpretationen sowie Änderungen zu bestehenden Standards herausgegeben, deren Anwendung im Geschäftsjahr 2017 noch nicht verpflichtend war. Für die folgenden neuen oder geänderten Standards und Interpretationen, die verpflichtend erst in späteren Geschäftsjahren anzuwenden sind, plant der technotrans Konzern keine frühzeitige Anwendung.

a) EU Endorsement ist bereits erfolgt

Standard/Interpretation Zeitpunkt der Anwendung
(Geschäftsjahre beginnend am oder nach dem …)
Inhalt erwartete Auswirkungen auf den Konzernabschluss
IFRS 9: Finanzinstrumente 1. Januar 2018 Der IFRS 9 ersetzt die bestehenden Leitlinien in IAS 39 Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung. Siehe die Ausführungen unter dieser Tabelle.
IFRS 15: Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden 1. Januar 2018 IFRS 15 Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden legt einen umfassenden Rahmen zur Bestimmung fest, ob, in welcher Höhe und zu welchem Zeitpunkt Umsatzerlöse erfasst werden. Er ersetzt bestehende Leitlinien zur Erfassung von Umsatzerlösen, darunter IAS 18 Umsatzerlöse, IAS 11 Fertigungsaufträge und IFRIC 13 Kundenbindungsprogramme. Siehe die Ausführungen unter dieser Tabelle.
IFRS 16: Leasingverträge 1. Januar 2019 IFRS 16 führt ein einheitliches Rechnungslegungsmodell ein, wonach Leasingverhältnisse in der Bilanz des Leasingnehmers zu erfassen sind. Ein Leasingnehmer erfasst ein Nutzungsrecht (right-of-use asset), das sein Recht auf die Nutzung des zugrunde liegenden Vermögenswertes darstellt, sowie eine Schuld aus dem Leasingverhältnis, die seine Verpflichtung zu Leasingzahlungen darstellt. Es gibt Ausnahmeregelungen für kurzfristige Leasingverhältnisse und Leasingverhältnisse hinsichtlich geringwertiger Wirtschaftsgüter. Die Rechnungslegung beim Leasinggeber ist vergleichbar mit dem derzeitigen Standard - das heißt, dass Leasinggeber Leasingverhältnisse weiterhin als Finanzierungs- oder Operating-Leasingverhältnisse einstufen. IFRS 16 ersetzt die bestehenden Leitlinien zu Leasingverhältnissen, darunter IAS 17 Leasingverhältnisse, IFRIC 4 Feststellung, ob eine Vereinbarung ein Leasingverhältnis enthält, SIC-15 Operating-Leasingverhältnisse - Anreize und SIC-27 Beurteilung des wirtschaftlichen Gehalts von Transaktionen in der rechtlichen Form von Leasingverhältnissen. Siehe die Ausführungen unter dieser Tabelle.
Änderung zu IFRS 4: Anwendung von IFRS 9 Finanzinstrumente und IFRS 4 Versicherungsverträge 1. Januar 2018 Die Anpassungen betreffen die Erstanwendung von IFRS 9 für Versicherer. Durch unterschiedliche Zeitpunkte des Inkrafttretens von IFRS 9 und dem neuen Standard für Versicherungsverträge ergeben sich ohne diese Anpassungen für einen Übergangszeitraum erhöhte Volatilitäten in Ergebnissen und ein doppelter Umstellungsaufwand. keine
Änderungen zu IFRS 15 1. Januar 2018 Die Änderungen enthalten zum einen Klarstellungen zu verschiedenen Regelungen des IFRS 15 und zum anderen Vereinfachungen bezüglich des Übergangs auf den neuen Standard. siehe IFRS 15
Verbesserungen der IFRS (2014 – 2016) 1. Januar 2018 Im Rahmen des "annual improvement project" wurden Änderungen an zwei Standards (IFRS 1 und IAS 28) vorgenommen. keine wesentlichen

Die erwarteten Auswirkungen der Neuerungen des IFRS 9 auf den Konzernabschluss:
IFRS 9 enthält überarbeitete Leitlinien zur Klassifizierung und Bewertung von Finanzinstrumenten, unter anderem ein neues Modell der erwarteten Kreditausfälle zur Berechnung der Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten, sowie die neuen allgemeinen Bilanzierungsvorschriften für Sicherungsgeschäfte. Er übernimmt auch die Leitlinien zur Erfassung und Ausbuchung von Finanzinstrumenten aus IAS 39. Die Vorschriften zur Klassifizierung und Bewertung des IFRS 9 sind retrospektiv anzuwenden. Eine Anpassung der Vorjahresperioden ist nicht erforderlich. Die Vorschriften zur Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen (Hedge Accounting) sind prospektiv anzuwenden.

IFRS 9 enthält drei wichtige Klassifizierungskategorien für finanzielle Vermögenswerte: "zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet", "zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im Gewinn oder Verlust bewertet" sowie "zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im sonstigen Ergebnis bewertet". Mit diesen neuen Klassifizierungskategorien werden die bestehenden Kategorien des IAS 39: "bis zur Endfälligkeit zu halten", "Kredite und Forderungen" sowie "zur Veräußerung verfügbar" ersetzt. Der Vorstand erwartet aus der Anwendung der neuen Klassifizierungsanforderungen keine wesentlichen Auswirkungen auf die Bilanzierung der finanziellen Vermögenswerte.

Zudem hat IFRS 9 Auswirkungen auf die Bilanzierung und Bewertung von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Im Gegensatz zu IAS 39, bei dem Wertberichtigungen lediglich für bereits eingetretene, aber noch nicht bekannte Wertminderungen zu berücksichtigen sind ("Incurred-loss-Modell"), werden mit IFRS 9 die zukünftig erwarteten Kreditverluste maßgeblich für die Höhe der Wertberichtigung ("Expected-loss-Modell"). Für diese werden die erwarteten Kreditausfälle auf Basis der über die Laufzeit erwarteten Kreditausfälle ermittelt. Zur Bestimmung der erwarteten Kreditverluste werden Kunden in Gruppen ähnlicher Kreditrisiken zusammengefasst. Neben einer kollektiven Beurteilung erfolgt eine individuelle Beurteilung der Kreditrisiken, falls sich das Ausfallrisiko zum Stichtag deutlich erhöht hat. Effekte aus der Neuanwendung des IFRS 9 zum Erstanwendungszeitpunkt zum 1. Januar 2018 sind erfolgsneutral im Eigenkapital zu erfassen. Der Konzern ist der Auffassung, dass sich die Wertminderungen für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen im Anwendungsbereich des Wertminderungsmodells des IFRS 9 nicht wesentlich verändert werden.

Die Ermittlung des Wertberichtigungsbedarfs für Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente ist ebenfalls im IFRS 9 geregelt. Sie werden im Wesentlichen bei Banken oder Finanzinstituten hinterlegt, die auf Basis von langjährigen positiven Erfahrungen sowie auf Basis von Ratings der Banken ausgewählt wurden. Der Konzern nimmt an, dass seine Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente auf Grundlage der externen Ratings der Banken und Finanzinstitute ein geringes Ausfallrisiko aufweisen.

Nach IFRS 9 hat der Konzern sicherzustellen, dass die Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen mit den Zielen und der Strategie des Konzernrisikomanagements in Einklang steht. Bei sämtlichen Arten der Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen, die technotrans derzeit nutzt, werden die Anforderungen des IFRS 9 erfüllt.

Im technotrans-Konzern werden derzeit ausschließlich Zinsswaps zur Absicherung künftiger Zinszahlungsströme eingesetzt. Nach IAS 39 wurden die Zinsswaps zum Markpreis bilanziert. Bewertungsgewinne und -verluste aus Marktpreisveränderungen wurden erfolgsneutral in der Hedging-Rücklage im Eigenkapital erfasst. Die im Eigenkapital erfassten Beträge wurden in der Periode erfolgswirksam erfasst, in der die abgeschlossene Transaktion das Periodenergebnis beeinflusst. Mit IFRS 9 beeinflussen diese Beträge das Periodenergebnis unverändert zu dem Zeitpunkt, zu dem die abgesicherte Transaktion das Periodenergebnis beeinflusst.

Bei der erstmaligen Anwendung des IFRS 9 hat der Konzern das Wahlrecht, anstatt der Anforderungen des IFRS 9 weiterhin die Bilanzierungsvorschriften des IAS 39 für Sicherungsgeschäfte anzuwenden. Der Konzern hat beschlossen, die neuen Anforderungen des IFRS 9 anzuwenden.

IFRS 9 erfordert darüber hinaus umfangreiche neue Angaben, insbesondere zum Kreditrisiko und zu erwartenden Kreditausfällen sowie zur Bilanzierung von Sicherungsgeschäften.

Der neue Standard ist verpflichtend auf Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen. Der Konzern beabsichtigt für den Übergang die vollständig retrospektive Methode anzuwenden.

Die erwarteten Auswirkungen der Neuerungen des IFRS 15 auf den Konzernabschluss:
Nach IFRS 15 ist die Umsatzrealisierung anhand eines entwickelten Fünf-Stufen-Schemas zu beurteilen. Dies beinhaltet, zunächst den Kundenvertrag und die darin enthaltenen separaten Leistungsverpflichtungen zu identifizieren. Anschließend ist der Transaktionspreis des Kundenvertrags zu bestimmen und auf die vereinbarten separaten Leistungsverpflichtungen aufzuteilen. Die Umsatzrealisierung erfolgt in Höhe des anteiligen Transaktionspreises bei Erfüllung der einzelnen Leistungsverpflichtung. Der Standard ist erstmalig für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen. Der Konzern macht von der Möglichkeit einer vorzeitigen Erstanwendung des IFRS 15 keinen Gebrauch.

Der technotrans Konzern hat eine detaillierte Beurteilung über die Auswirkungen der Anwendung des IFRS 15 durchgeführt. Dabei wurden die wesentlichen Geschäftsvorfälle und die diesbezüglichen Verträge mit Kunden untersucht. Im Rahmen der Untersuchung wurden die Geschäftsvorfälle anhand des Fünf-Stufen-Schemas gewürdigt und hinsichtlich quantitativer Abweichungen zu bisher gültigen und angewandten Bilanzierungsregeln beurteilt.

Beim Verkauf von Gütern erfolgt derzeit die Erfassung der Umsatzerlöse mit Lieferung und Leistung der Güter und damit zum Zeitpunkt, zu dem der Kunde die Güter sowie die zugehörigen Risiken und Chancen, die mit dem Eigentumsübergang verbunden sind, akzeptiert. Umsatzerlöse werden zu diesem Zeitpunkt erfasst, sofern die Umsatzerlöse und Kosten verlässlich bewertet werden können, der Erhalt des Entgelts wahrscheinlich ist und es kein weiter bestehendes Verfügungsrecht über die Waren gibt. Nach IFRS 15 werden Umsatzerlöse erfasst, sobald ein Kunde die Beherrschung über die Güter erlangt. Nach Einschätzung des Konzerns entspricht der derzeitige Zeitpunkt der Umsatzrealisierung dem Zeitpunkt der Realisierung nach IFRS 15. Wir erwarten daher keine wesentlichen Änderungen gegenüber der bisherigen Praxis unter IAS 18.

Dienstleistungen werden u.a. im Rahmen einer einzigen Vereinbarung in verschiedenen Berichtsperioden erbracht. Das gesamte Entgelt bei den Dienstleistungsverträgen wird zwischen den Dienstleistungen auf Grundlage der relativen beizulegenden Zeitwerte aufgeteilt. Nach IFRS 15 wird das gesamte Entgelt bei den Dienstleistungsverträgen auf alle Dienstleistungen, basierend auf ihren Einzelverkaufspreisen, aufgeteilt. Die Einzelverkaufspreise werden auf Grundlage der Listenpreise, zu denen der Konzern die Dienstleistungen in separaten Transaktionen anbietet, festgelegt. Basierend auf der Einschätzung des Konzerns sind die beizulegenden Zeitwerte und Einzelverkaufspreise der Dienstleistungen weitestgehend vergleichbar. Aus diesem Grund erwarten wir keine wesentlichen Unterschiede hinsichtlich des Zeitpunkts der Erfassung der Umsatzerlöse für diese Dienstleistungen.

Der Konzern hat sein Implementierungsprojekt für die Bilanzierung von Erlösen aus Verträgen mit Kunden abgeschlossen und erwartet keine wesentlichen Änderungen gegenüber der bisherigen Praxis unter IAS 18. Im Vergleich zu den aktuellen IAS 18 Regelungen werden zusätzliche quantitative und qualitative Anhangangaben erforderlich sein.

Der Konzern beabsichtigt, beim Übergang auf IFRS 15 die modifiziert retrospektive Methode, nach der kumulierten Anpassungsbeträge zum 1. Januar 2018 erfasst werden, in seinem Konzernabschluss anzuwenden. Infolgedessen wird der Konzern die Anforderungen des IFRS 15 nicht auf jede dargestellte Vergleichsperiode anwenden.

Die erwarteten Auswirkungen der Neuerungen des IFRS 16 auf den Konzernabschluss:
Der Konzern hat eine erste Beurteilung der möglichen Auswirkungen auf seinen Konzernabschluss abgeschlossen, eine detaillierte Beurteilung ist noch nicht abgeschlossen. Die tatsächlichen Auswirkungen aus der Anwendung von IFRS 16 auf den Konzernabschluss zum Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung wird von zukünftigen wirtschaftlichen Bedingungen, etwa des Zinssatzes des Konzerns zum 1. Januar 2019, der Zusammensetzung des Leasingportfolios zu diesem Zeitpunkt, der Einschätzung des Konzern über die Ausübung von Verlängerungsoptionen und dem Ausmaß, in dem der Konzern Ausnahmeregelungen und Ansatzbefreiungen in Anspruch nimmt, abhängen.

Der Standard hat wesentliche Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage. Während bisher Zahlungsverpflichtungen für Operating Leasing-Verhältnisse im Anhang anzugeben waren, sind die daraus resultierenden Rechte und Verpflichtungen künftig als Nutzungsrechte und Leasing-Verbindlichkeit zu bilanzieren. Die technotrans AG erwartet eine signifikante Erhöhung der Bilanzsumme zum Erstanwendungszeitpunkt aufgrund des Anstiegs der Leasing-Verbindlichkeiten sowie einen ähnlich hohen Anstieg des Anlagevermögens aufgrund des zu aktivierenden Nutzungsrechts. Zum 31. Dezember 2017 betragen die künftigen Mindestleasingzahlungen für nicht kündbare Operating-Leasingverhältnisse für die Geschäftsräume sowie für abgeschlossene Kfz-Leasingverträge 4.429 T€. Die Erhöhung der Leasing-Verbindlichkeiten hat zudem eine entsprechende Zunahme der Netto-Finanzverbindlichkeiten zur Folge. Darüber hinaus wird sich die Art der Aufwendungen, die mit diesen Leasingverhältnissen verbunden sind, ändern, da IFRS 16 die linearen Aufwendungen für Operating-Leasingverhältnisse durch einen Abschreibungsaufwand für Nutzungsrechte (right-of-use assets) und Zinsaufwendungen für Schulden aus dem Leasingverhältnis ersetzt. Dies wird zu einer Verbesserung des EBITs und zu einer Erhöhung des operativen Cashflows in der Kapitalflussrechnung führen.

Es werden keine wesentlichen Auswirkungen auf die Finanzierungs-Leasingverhältnisse des Konzerns erwartet.

Der Konzern erwartet, dass die Anwendung des IFRS 16 keine wesentlichen Auswirkungen auf die Einhaltung der Kapitalmanagementziele des Konzerns sowie auf die Verpflichtung zur Einhaltung von finanziellen Kennzahlen (Financial Covenants) hat (vergleiche Gliederungspunkt 10 „Eigenkapital“).

Der Standard ist erstmalig für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2019 beginnen. Der Konzern macht von der Möglichkeit einer vorzeitigen Erstanwendung des IFRS 16 keinen Gebrauch. Die Gesamtauswirkungen werden im Rahmen eines konzernübergreifenden Projekts zur Implementierung des IFRS 16 untersucht, eine verlässliche Schätzung der quantitativen Effekte ist jedoch vor Abschluss dieses Projekts nicht möglich. Eine Entscheidung, welche Übergangsmethode angewendet werden soll, ist noch nicht getroffen.

b) EU Endorsement ist noch ausstehend

Weiterhin wurden Standards und Interpretationen vom IASB herausgegeben, die noch nicht von der Europäischen Union anerkannt sind. Hiervon sind folgende Standards für den Konzern relevant. Die Auswirkungen auf den Konzernabschluss werden derzeit geprüft.

Standard/ Interpretation Zeitpunkt der Anwendung
(Geschäftsjahre beginnend am oder nach dem …)
Inhalt erwartete Auswirkungen auf den Konzernabschluss
Änderung zu IFRS 2: Klassifizierung und Bewertung von anteilsbasierten Vergütungen 1. Januar 2018 Die Änderungen betreffen die Berücksichtigung von Ausübungsbedingungen im Rahmen der Bewertung anteilsbasierter Vergütungen mit Barausgleich, die Klassifizierung von anteilsbasierten Vergütungen, die einen Nettoausgleich für einzubehaltende Steuern vorsehen sowie die Bilanzierung bei einer Änderung der Klassifizierung der Vergütung von "mit Barausgleich" in "mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente". keine
Änderung zu IFRS 10 und IAS 28: Veräußerung oder Einlage von Vermögenswerten in assoziierte Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen auf unbestimmte Zeit verschoben Die Änderungen adressieren eine bekannte Inkonsistenz zwischen den Vorschriften des IFRS 10 und des IAS 28 (2011) für den Fall der Veräußerung von Vermögenswerten an ein assoziiertes Unternehmen oder ein Gemeinschaftsunternehmen bzw. der Einlage von Vermögenswerten in ein assoziiertes Unternehmen oder ein Gemeinschaftsunternehmen. keine
Änderung zu IAS 40: Übertragung von als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien 1. Januar 2018 Die Änderung von IAS 40 dient der Klarstellung. In welchen Fällen die Klassifikation einer Immobilie als "als Finanzinvestition gehaltene Immobilie" beginnt bzw. endet, wenn sich die Immobilie noch im Bau oder in der Entwicklung befindet. Durch die bisher abschließend formulierte Aufzählung in IAS 40.57 war die Klassifikation noch nicht fertiggestellter Immobilien bisher nicht klar geregelt. Die Aufzählung gilt nun explizit als nicht abschließend, sodass nun auch noch nicht fertiggestellte Immobilien unter die Regelung subsumiert werden können. keine
IFRIC 22: Transaktionen in fremder Währung und im Voraus gezahlte Gegenleistungen 1. Januar 2018 IFRIC 22 adressiert eine Anwendungsfrage zu IAS 21 Auswirkungen von Wechselkursänderungen. Klargestellt wird, auf welchen Zeitpunkt der Wechselkurs für die Umrechnung von Transaktionen in Fremdwährungen zu ermitteln ist, die erhaltene oder geleistete Anzahlungen beinhalten. Maßgeblich für die Ermittlung des Umrechnungskurses für den zugrunde liegenden Vermögenswert, Ertrag oder Aufwand ist danach der Zeitpunkt, zu dem der aus der Vorauszahlung resultierende Vermögenswert bzw. die Schuld erstmals erfasst wird. keine wesentlichen
IFRS 14: Regulatorische Abgrenzungsposten EU Endorsement nicht vorgesehen Aufgrund des äußerst limitierten Anwenderkreises wird die Europäische Kommission IFRS 14 nicht zur Übernahme in EU-Recht vorschlagen. Über IFRS 14 ist daher auch nicht im Rahmen der Angaben nach IFRS 8.30 zu berichten. Der Standard ist in der Tabelle nur aus Gründen der Vollständigkeit aufgenommen. keine
IFRS 17: Versicherungsverträge 1. Januar 2021 IFRS 17 ersetzt IFRS 4 und macht damit erstmals einheitliche Vorgaben für den Ansatz, die Bewertung, die Darstellung und Anhangangaben zu Versicherungsverträgen, Rückversicherungsverträgen sowie Investmentverträgen mit ermessensabhängiger Überschussbeteiligung. Nach dem Bewertungsmodell des IFRS 17 werden Gruppen von Versicherungsverträgen bewertet, und zwar basierend auf dem Erwartungswert abgezinster Zahlungsströme mit einer expliziten Risikoanpassung für nicht finanzielle Risiken sowie einer vertraglichen Servicemarge, die zu einem Gewinnausweis entsprechend der Leistungserbringung führt. keine
Änderungen zu IFRS 9: Finanzielle Vermögenswerte mit einer negativen Vorfälligkeitsentschädigung 1. Januar 2019 Die Anpassungen betreffen eine begrenzte Anpassung der für die Klassifikation von finanziellen Vermögenswerten relevanten Beurteilungskriterien. Finanzielle Vermögenswerte mit einer negativen Vorfälligkeitsentschädigung („prepayment feature with negative compensation“) dürfen unter bestimmten Voraussetzungen zu fortgeführten Anschaffungskosten oder erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis anstatt erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bilanziert werden. keine wesentlichen
Änderungen zu IAS 28: Langfristige Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen 1. Januar 2019 Die Änderungen enthalten eine Klarstellung, dass IFRS 9 auf langfristige Anteile an assoziierten Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen anzuwenden ist, deren Bilanzierung nicht nach der Equity-Methode erfolgt. keine
IFRIC 23: Unsicherheiten bezüglich der ertragssteuerlichen Behandlung 1. Januar 2019 Die steuerliche Behandlung bestimmter Sachverhalte und Transaktionen kann von der zukünftigen Anerkennung durch die Finanzverwaltung oder die Finanzgerichtsbarkeit abhängen. IAS 12 Ertragsteuern regelt wie tatsächliche und latente Steuern zu bilanzieren sind. IFRIC 23 ergänzt die Regelungen in IAS 12 hinsichtlich der Berücksichtigung von Unsicherheiten bezüglich der ertragsteuerlichen Behandlung von Sachverhalten und Transaktionen. keine wesentlichen
Änderungen zu IAS 19: Planänderung, -kürzung oder -abgeltung 1. Januar 2019 Zukünftig wird verlangt, bei Änderung, Kürzung oder Abgeltung eines leistungsorientierten Versorgungsplans den laufenden Dienstzeitaufwand und die Nettozinsen für das restliche Geschäftsjahr unter Verwendung der aktuellen versicherungsmathematischen Annahmen neu zu ermitteln, die zur erforderlichen Neubewertung der Nettoschuld verwendet wurden. Darüber hinaus enthalten die Änderungen Ergänzungen zur Klarstellung, wie sich eine Planänderung, -kürzung oder -abgeltung auf die Anforderungen an die Vermögenswertobergrenze auswirkt. keine wesentlichen
Verbesserungen der IFRS (2015 – 2017) 1. Januar 2019 Im Rahmen des "annual improvement project" wurden Änderungen an vier Standards (IFRS 3, IFRS 11, IAS 12 und IAS 23) vorgenommen. keine wesentlichen